Zur Mitte: Nicht nur für Sterndeuter

 

Während in vielen die Weihnachtsfeiertage noch nachwirken werden, schauen sie auf das begonnene Jahr und all das, was 2015 kommen mag. Ein aktuelles Wort ins Jahr schreibt Bbr. Richie Duckheim (W.K.St.V. Unitas Ruhrania), Mitglied des Geistlichen Verbandsbeirates ...

 

„Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ (Mt. 2, 2)

 

Auf die Frage, wer die „Sterndeuter“ waren, schreibt Benedikt XVI., dass sie „Menschen der inneren Unruhe, Menschen der Hoffnung waren, die nach dem eigentlichen Stern des Heils Ausschau hielten.“ (Benedikt XVI., Jesus von Nazareth, Prolog, Die Kindheitsgeschichte, Freiburg i.Br. 2012, S. 104). Das neue geistliche Lied „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ beschreibt diese innere Unruhe und Hoffnung des Menschen als „tiefes Sehnen“, als „Durst nach Glück, nach Liebe“, das nur von Gott kommen kann. Wir Menschen sehnen uns nach dem Licht, das die Dunkelheit erhellt und vertreibt, nach „jenem wahren Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht“, wie es im Exsultet, dem Osterlob der Osternacht heißt.

 

Spüren wir diese innere Sehnsucht nach Christus, nach der heilbringenden Gemeinschaft mit ihm? In welche Dunkelheiten unseres Lebens hinein strahlt das wahre Licht der Welt und erhellt unser Leben? Wie macht Christus unser Leben schön und hell?

 

Die Beantwortung dieser Fragen führt uns zu dem Kind in der Krippe, dem neugeborenen König der Juden. „Die Botschaft, auf die alle warteten, das, wonach alle tief innerlich suchten, war nichts anderes als die Zärtlichkeit Gottes: Gott, der uns mit einem von Liebe erfüllten Blick anschaut, der unser Elend annimmt, Gott, der in unser Kleinsein verliebt ist.“ (Papst Franziskus, Predigt Christmette im Petersdom 2014). Christus tritt im Kleinen, fast unscheinbar in unsere Welt, in unser Leben. Schon der Prophet Elija hat erfahren, dass Gott nicht im Sturm, Erdbeben oder Feuer zu uns kommt, sondern im leisen Säuseln (1. Kön. 19. 12 ff.).

 

Das ist die Art Gottes: Er kommt auf uns zu, unerwartet und unaufdringlich. Er begegnet uns in Christus mit Nähe und Zärtlichkeit. Er begegnet uns im Mitmenschen; in der wohlwollenden Geste eines Mitmenschen oder auch in manch liebevollen und ermunternden Worten. Er begegnet uns aber auch in den Sakramenten, die ja Zeichen der Nähe Gottes sind, insbesondere in der Eucharistie, in der wir schon im Hier und Jetzt die Nähe Gottes spüren dürfen, die uns für die Ewigkeit verheißen ist. Diese Begegnung mit Christus verändert das Leben nachhaltig.

 

Wie kann der Mensch auf diese Nähe und Zärtlichkeit Gottes antworten? An den Sterndeutern wird deutlich, dass die Antwort des Menschen zweierlei beinhaltet: die Anbetung und das Leben aus dem Geiste Christi. Die Sterndeuter fallen nieder und huldigen dem Kind in der Krippe (Mt. 2, 11). Danach kehren sie nach Hause zurück, Mt. 2, 12.

 

Daran wird deutlich, dass wir die Antwort auf die Begegnung mit Christus in unserem Alltag geben müssen; dort, wo wir wohnen, arbeiten und leben – eben auch in unserem unitarischen Vereinsleben.

 

Die Erkenntnis, dass sich jeder Mensch nach der Gemeinschaft mit Christus sehnt, beinhaltet den Auftrag an uns als katholische Christen und Unitarier, durch unser Leben und Wirken auf Christus hinzuweisen. Papst Franziskus fasste in seiner Predigt in der Christmette 2014 im Petersdom diesen Auftrag in folgendem Ausruf zusammen: „Wie sehr braucht doch die Welt von heute Zärtlichkeit!“

 

Rüdiger Duckheim

 

-> Zum Text auf der Verbandshomepage

 




Veröffentlicht am: 11:44:37 03.01.2015
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