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Katholische Studentenverbände verurteilen

Sparpläne verschiedener Bundesländer

im Bereich der Hochschulbildung

 

BONN. In mehreren Bundesländern wurden in den letzten Monaten wegen Geldmangels Sparmaßnahmen im Hochschul- und Bildungsbereich angekündigt, etwa in Sachsen-Anhalt, im Saarland und in Sachsen. Die Folge: Es droht die Schließung ganzer Universitätsbereiche, wie es in diesen Tagen die Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking, angekündigt hat – übrigens einer Empfehlung des Wissenschaftsrats folgend. 

 

„Diese Entwicklung mit schwerwiegenden Folgen beobachten wir mit großer Sorge“, betonte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) Joost Punstein heute in Bonn. Erst vor wenigen Tagen hat Bundesbildungsministerin Wanka im Bundestag die große Bedeutung einer guten Bildung und der Innovationskraft als wichtigste Ressourcen für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland hervorgehoben. Es könne daher nicht angehen, dass die Länder sich zu dieser zweifellos richtigen Aussage in der angekündigten Weise kontraproduktiv verhielten.

 

„Dem Bedeutungsgehalt der Forderung nach finanziell gut aufgestellten Hochschulen wird  zu wenig Raum beigemessen und die ‚Bildungsrepublik Deutschland‘ ist zurzeit nicht mehr als ein Lippenbekenntnis“, heißt es weiter in der Erklärung des AGV-Vorsitzenden. Die angestrebten Kürzungen gingen schlussendlich zu Lasten des gesamten Gemeinwesens. Finanzielle Einsparungen, die heute in Kauf genommen werden, führten unweigerlich in der Zukunft zu Einschränkungen der deutschen Wettbewerbsfähigkeit. „Damit werden nicht zuletzt die Chancen künftiger Generationen stark beeinträchtigt“, sagte Punstein.

 

Bereits seit Jahren engagieren sich die katholischen Studentenverbände für eine Aufhebung des Kooperationsverbots, das dem Bund verbietet, auf Länderebene dauerhaft in die Bildung zu investieren. Die monetäre Situation vieler Länder habe schon in den vergangenen Jahren gezeigt, dass konkreter Handlungsbedarf in der hochschulpolitischen Landschaft bestehe und eine moderne „Bildungsrepublik“ auch moderne Finanzierungsmodelle brauche, stellte der AGV-Vorsitzende fest. Heute sei ein Großteil der Länder überfordert mit den Ansprüchen, die die Hochschulen und Bildungseinrichtungen an sie stellen. „Nun muss schnell gehandelt werden, um die unzureichende Grundfinanzierung der Hochschulen unverzüglich zu verbessern“, appelliert der Heidelberger Politologie-Student Punstein.

 

Die Sparpläne in den Ländern zeigten erneut drastisch, dass der Art. 91b GG geändert werden müsse, um weiterhin international wettbewerbsfähige Hochschulen halten zu können. Die führenden deutschen Hochschulen hätten den Anspruch und das Recht, international erfolgreich zu sein. „Als Global Player vernetzen sie Wissenschaft weltweit, schaffen neue Kooperationsmöglichkeiten für Politik und Wirtschaft und sind der nationale Garant für deutsche Innovations-  und Leistungsfähigkeit“, so Punstein. Es sei nun Aufgabe der Großen Koalition in Berlin und von Bundesbildungsministerin Wanka, in den kommenden Monaten ein klares Bekenntnis zum Innovations- und Forschungsplatz Deutschland auszusprechen und sich mit Nachdruck für die Aufhebung oder zumindest die Lockerung des Kooperationsverbots einzusetzen.

 

Über die AGV

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) e.V. ist ein Zusammenschluss der katholischen Korporationsverbände CV, KV, UV, RKDB und TCV. Sie repräsentiert rund 10 000 Studentinnen und Studenten und ist über ihre Mitgliedsverbände an fast allen Hochschulen in Deutschland vertreten. Internet: http://www.agvnet.de

 

 

pm_agv_sparplane-bildung_200214.pdf

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Veröffentlicht am: 10:47:51 22.02.2014
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