Viel Herz: Unitas Theophanu
feierte 10. Stiftungsfest

 

KÖLN. Vielleicht hatten sie bei ihren Erwartungen ja auch tiefgestapelt, aber der große Saal des Brauhauses Reissdorf am Griechenmarkt war packevoll. Zum Festkommers anlässlich des 10. Stiftungsfestes der Unitas Theophanu reisten zahlreiche Gäste, Bundesbrüder und Bundesschwestern an den Rhein. Ein dreitägiges Programm lockte vom 10.-12. Januar in die Domstadt – vom Begrüßungsabend am Freitag über den Kommers am Samstagabend bis zum Festakt zum Vereinsfest Thomas von Aquin am Sonntag. Ein Festwochenende, wie man es in der alten Colonia Claudia Ara Agrippinensium mit ihrer großen Geschichte und Lebensart erwarten darf: Ein Ereignis mit viel Stil und noch mehr Herz.

 

Auftrag und Orientierung

 

Dass die örtlichen Unitasvereine ihre „Theophanu“ seit der Gründung 2003 mit viel Zuneigung, Rat und Tat begleiten, weiß jeder. Und dass sich daran bis heute nichts geändert hat, unterstrichen auch die Beiträge zu diesem in mancher Hinsicht außergewöhnlichen Festkommers. Als Vertreter der örtlichen Altherrenschaft zeigten Bbr. Hartmut Fritze und Bbr. Karl-Heinz Wagner, wie stolz sie im Schatten von St. Pantaleon auf die quicklebendigen Töchter der großen Kaiserin Theophanu sind. Vor zehn Jahren hatten sich die Gründerinnen die legendäre Ehefrau von Kaiser Otto II. zur Namenspatronin erwählt, die einst vom Bosporus an den Rhein kam und bis zu ihrem Tod 991 als Mitkaiserin im Heiligen Römischen Reich und mächtigste Frau des Abendlandes bis dahin unerhörte Zivilisation in unsere Breitengrade brachte. Ihr Wirken, das durch die von ihr in den Norden geholten Baumeister und Handwerker in Kunst und Architektur bis heute unübersehbare Spuren hinterließ, habe auch für unsere Zeit sehr aktuelle Aspekte, unterstrich Festredner Bbr. Wagner in seiner sehr persönlichen und sehr herzlichen Ansprache: Offenheit für Neues und lebendiger Kulturkontakt, Austausch und Dialogbereitschaft kennzeichneten das bleibende Vermächtnis der byzantinischen Prinzessin – dies bleibe Auftrag und Orientierung, der sich auch die jungen Bundesschwestern heute verschrieben hätten.

 

Große Leistung im ersten Jahrzehnt

 

Es war der erste Kommers überhaupt in der Geschichte der Korporation, bekannte Präsidin Bsr. Elisabeth Beckmann, die dessen ungeachtet, mit ausgezeichneter Rede souverän und zügig durch den Abend führte. Eine hochdiziplinierte Corona, die dem schmissig vorgegebenen Takt der Musik sehr wohltönend folgte, dankte es ihr. Eigens unter den vielen Gästen begrüßt wurden Bundesbrüder und -schwestern von Unitas-Vereinen aus Gießen und Karlsruhe, Heidelberg und Bonn, der Vorort Unitas Winfridia aus Münster gab sich die Ehre und assistierte mit der Kölner Unitas Landshut mit im Präsidium. Gleich mehrere Kölner und Bonner CV-Verbindungen und KV-Vereine bevölkerten den liebevoll blau-weiß-gold geschmückten Saal, Zirkelvertreter aus Köln, Siegburg und Essen grüßten, schriftlich wünschten Verbandsgeschäftsführer Bbr. Torsten Waibel und die HBV-Vorsitzende Bsr. Anette Kaufmann Glück und Gedeihen, auch Bbr. Hintzen, Vorsitzender der Unitas-Stiftung, wünschte Gottes Segen. Nicht zuletzt hatte sich der Ehrensenior des Verbandes die Reise aus Neuss nach Köln nicht nehmen lassen: Bbr. Dieter Krüll warf einen humorvollen Blick in die Gründerzeiten und würdigte die große Leistung des Vereins im ersten Jahrzehnt, der derzeit mit Bsr. Paulina Sophie Pieper die Aktivenvertreterin für die Region West im Unitas-Bundesvorstand stellt. Darüber hinaus rief die Korporation bereits zuvor mit Unitas Franziska Christine eine Tochtergründung in Essen ins Leben und ist mit einem eigenen kleinen Stammtisch in Münster aktiv.

 

Genius Loci am Griechenmarkt

 

Wer zwischendurch ins benachbarte Rumoren des schon karnevalistisch gestimmten Brauhauses horchte, dem mag es leicht gefallen sein, den genius loci am Kölner Griechenmarkt wirklich zu würdigen: Im alten Handwerkerviertel der Byzantiner, in das vor Tausend Jahren viele Menschen aus der Ferne ihre Kultur mitbrachten, feierte ein Unitas-Verein sein Dezennium, von dem noch viel erwartet werden darf. „Wo der Dom am schnellen Strome seine hohen Türme reckt“ und im Schatten der Theophanu-Gründung St. Pantaleon braucht es dazu neben der so herzlich zugesicherten Unterstützung der ganzen unitarischen Familie vor allem eines: Viel Herz. Und das haben sie.

 

Das Fest wurde am Sonntag mit dem Vereinsfest der Kölner Unitas-Vereine im Conventsaal des Unitas-Hauses am Pantaleonswall fortgesetzt. Prof. Dr. Stefan Pieper aus Münster sprach beim Festakt zum Thema „Scheitert der Euro – scheitert Europa?“ und am Abend versammeln sie sich zum Abschlussgottesdienst in der Katholischen Hochschulgemeinde. Ein ausführlicher Bericht folgt in der kommenden Ausgabe der Unitas-Verbandszeitschrift.

 





Veröffentlicht am: 16:41:11 12.01.2014
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