Weihnachten? Das ist doch unglaublich...!

 

Nun ist es bald wieder so weit: der Christbaum wird aufgestellt, die Gans kommt ins Rohr, die Geschenke werden verpackt und versteckt, das gute Hemd ist gebügelt und liegt bereit. Wir feiern Weihnachten, das FEST DER LIEBE. Man könnte dem Fest auch einen anderen Namen geben: das FEST DES KOPFSCHÜTTELNS! Denn das, was wir von Weihnachten glauben, ist eigentlich unglaublich: Gott wird Mensch!

 

Was soll da so seltsam sein? Das gab es in den antiken Religionen doch auch schon, dass sich Götter und Menschen verbunden haben. So zeugte zum Beispiel der Gott Zeus mit irdischen Frauen Kinder, die Halbgötter. Was ist denn da an Weihnachten bitte so neu und außergewöhnlich? Die Idee von der Geburt eines göttlichen Kindes haben sich die Christen aus griechischen und ägyptischen Mythen abgeschaut, behaupten manche.

 

Ja, die Ägypter, Griechen und Römer haben versucht das Geheimnis dieser Welt mit Mythen zu erklären. Dabei haben sie sich Götter ausgedacht, die eigentlich nichts anderes waren als mächtige Menschen, die aber dennoch ihre Macken, Eigenheiten und Egoismen hatten, die versuchten für sich selbst das beste rauszuschlagen. Diese Götter waren nicht besser oder schlechter als die, die sie erdacht haben. Als Paulus den Griechen in Athen nun aber von einem Gott erzählt, der aus hingebungsvoller Liebe ganz und gar Mensch wurde, schütteln sie den Kopf und nennen ihn einen Schwätzer (vgl. Apg 17, 16-34).

 

Das, was an Weihnachten geschah, ist etwas ganz anderes, etwas ganz neues. Nicht ein Philosoph, Dichter oder Denker hat einen Mythos geschaffen, sondern Gott wirkt das UNGLAUBLICHE. Er, der alle Macht des Kosmos in den Händen hält, der Himmel und Erde erschaffen hat, der in der Ewigkeit in sich glücklich ist und niemanden für sein Glück braucht. Er, der im Himmel ist, wo es weder Leid noch Tod, keine Tränen, keinen Schmerz und keine Angst gibt, tritt in die Geschichte dieser Welt ein. Er kommt nicht in seiner Herrlichkeit, sondern er nimmt unser Menschsein an. Als kleiner, schwacher Säugling kommt er zu uns! Er ist kein „Halbgott“ oder „Mensch auf Zeit“. Gott ist in Jesus Christus eine unaufkündbare und endgültige Verbindung eingegangen mit der ganzen Menschheitsfamilie. Er ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Jesus Christus bindet sich an uns, in guten wie in bösen Tagen. Er geht mit uns durch dick und dünn, und lässt uns nicht fallen, wenn es ihm in den Kram passt.

 

Warum tut er das UNGLAUBLICHE? Weil er eine tiefe Sehnsucht nach uns hat. Er kommt zu uns aus Liebe. Er hat diesen Weg, zu dem auch untrennbar das Kreuz gehört, als den einzigen Weg der Erlösung gewählt.

 

Vielleicht hast Du, als Du einmal verliebt warst auch „verrückte“ Dinge getan, über die andere den Kopf geschüttelt haben. Mit Gott ist es nicht anders. Er ist so verliebt in Dich, dass er das Verrückteste tut, was Gott nur tun kann: er wird Mensch.

 

Frohe Weihnachten!

 

Bbr. Pfr. Stefan Wingen

(Unitas Frankonia Eichstätt)

Geistlicher Beirat des Unitas-Verbandes


Veröffentlicht am: 16:54:53 21.12.2013
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