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Finale: Vereinsfest mit Fürstin Franziska Christine

Spannende Morgensitzung zur Gründerin der Steeler Stiftung

 

ESSEN. Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (1696-1776) stand am Sonntag im Mittelpunkt der Wissenschaftlichen Morgensitzung der Ruhr-Unitas zum Vereinsfest Maria Immaculata. Der unter ihrem Namen im Dezember 2010 begründete Unitas-Studentinnenverein hatte Hans-Wilhelm Heidrich, den Direktor der bis heute bestehenden Fürstin Franziska Christine-Stiftung in Essen-Steele, für den Vortrag gewinnen können.

 

Ruhr-Unitas: Stabiles Wachstum

 

Bei der von Pfr. Franz-Josef Reidick zuvor in St. Dionysius gefeierten Messe hatten die „Fürstinnen“ mit der Unitas Ruhrania chargiert und versammelten sich anschließend mit den Mitgliedern des Essener Unitas-Zirkels im Conventssaal des „Feldschlößchens“ an der Flurstraße zu einem Brunch. Berichte der Vorsitzenden Bsr. Maria Schulze Öchtering und Bbr. Hamilton Paul verwiesen auf die gute Entwicklung in den beiden Ruhr-Vereinen: Seit den drei Neuaufnahmen am Freitagabend weist der Studentinnenverein sechs Nachwuchsmitglieder auf, die jetzt 16 Aktiven zählenden Ruhranen ergänzten die Fuxia am Sonntag durch die feierliche Rezipierung von Alex Plaum auf vier Kandidaten, von denen zwei zum Ende des Semesters geburscht werden. Bbr. OStR Martin Gewiese warb bereits für die Teilnahme am Altherrenbundstag 2014, der in Verbindung mit dem nachgefeierten 125. Stiftungsfest des ältesten Ortszirkels im September im Stadthotel Franz begangen werden wird.

 

250 Jahre Stiftung in Steele

 

Der lebendige Vortrag von Stiftungsdirektor Heidrich war zeitlich bestens gewählt: Im kommenden Jahr erinnert Fürstin Franziska Christine-Stiftung an die vor 250 Jahren erfolgte Grundsteinlegung für eine der ältesten Stiftungen in NRW. Die fast 50 Jahre auf Schloss Borbeck regierende Essener Fürstäbtissin Franziska Christina (1726-76) hinterließ durch ihre Gründung eine Einrichtung, die bis heute höchst engagiert ganz dem Stiftungszweck verpflichtet ist: Seit 1764 steht die als großzügig ausgestattetes Waisenhaus für 30 Kinder errichtete Institution im Dienst am Wohl von Kindern und Jugendlichen.

Während ihr Vetter, der in fünf Bistümern regierende und hoch verschuldete Clemens August, Fürsterzbischof von Köln, Lust- und Jagdschlösser baute, schuf die Essener Fürstin mit ihrer zweiflügeligen Barockanlage eine dezidiert weltliche soziale Stiftung, die die Säkularisation 1803, aber auch die Aufhebung des Stiftes Essen 1806 überdauerte. Ihrer Stiftung stellte die Fürstin ihr gesamtes Privatvermögen zur Verfügung: Rund 35.000 Waisenkindern konnte so seitdem durch Bildung und Erziehung ein besserer Start ins Leben ermöglicht werden. Nach ihrem Tod am 24. November 1789 wollte sie auf eigenen Wunsch in ihrer Residenzkapelle bestattet werden, unterstrich Hans Wilhelm Heidrich – „mitten unter den Kindern“.

 

Im Dienst am Wohl von Kindern

 

Ihnen ist das inzwischen weit über die Grenzen hinausgewachsene Haus weiter verpflichtet: Direktor Heiderich stellte die vielfältigen differenzierten Betreuungsangebote für die derzeit rund 100 Kinder vor - von der Kindernotaufnahme im Matthias-Sommer-Haus über Regelgruppen bis zu heilpädagogischen und Verselbständigungsgruppen für Jugendliche. Doch haben auch Einrichtungen für Senioren einen festen Platz: Sie bieten Wohnungen und vollstationäre Pflege, eine Kurzzeitpflege und eine Tagespflege. „Ein Konzept für den Austausch und ein lebendiges Miteinander der Generationen“, so der Leiter der Stiftung, die unlängst auch mit der Katholischen Jugendhilfe „Die Boje“ einen bewährten Dienst zur Beratung und Ausbildung von Jugendlichen in ihre Verantwortung übernommen hat. „Aber auch dies ganz nach dem Willen der Äbtissin“, erklärte Heidrich, da sie ihr pädagogisches Konzept auf den Dreiklang von Leben, Erziehung und Bildung aufgebaut habe. Aktuelle Diskussionen zur Frage der Inklusion sieht er allerdings kritisch, bekannte er in der anschließenden Diskussion. Unter großer Zustimmung machte er deutlich: So sehr die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf dieses wichtige Thema gelenkt werden müsse, so untauglich seien die Konzepte. Die nicht einlösbare Aufmerksamkeit in der Praxis der Förderung werde weder dem angestrebten Anliegen, noch den Kindern gerecht.

 

Dem bei der 134. UNITAS-Generalversammlung in Düsseldorf am 3. Juni 2011 in den UNITAS-Verband aufgenommenen katholischen Studentinnenverein Unitas Franziska Christine gratulierte Stiftungsdirektor Heidrich zur Wahl des Namens. Und dass sie für ihre jetzt so prosperierende junge Initiative eine bedeutende „Patronin“ gewählt haben, hat auch diejenigen ein bisschen stolz gemacht, die durch den anschaulichen freien Vortrag von vielleicht erstmals richtig von ihr erfahren haben. Eine Fahrt nach Steele ist bereits geplant: Der Festreferent lud herzlich ein.

 

Für eine Gruppe aus der Unitas Ruhrania ging es am Nachmittag noch schnell nach Kevelaer – sie wollten den Nachmittag des Vereinsfestes im Marienwallfahrtsort gemeinsam ausklingen lassen. Den „Fürstinnen“ ein vivat, floreat! – für das crescere sorgen sie ganz offensichtlich schon selbst.

 

LINK: http://www.ffc-stiftung.de




Veröffentlicht am: 17:27:13 08.12.2013
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