Katholische Studentenverbände

fordern sorgsamen und zurückhaltenden

Umgang mit Gentechnik

 

In der vergangenen Woche entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass menschliche DNA nicht patentiert werden darf. Eine Entscheidung, die aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) nur zu begrüßen ist. Doch durch andere Entwicklungen auf dem Gebiet der Gentechnik sieht sich die AGV veranlasst, erneut zu einem zurückhaltenden Umgang mit der Gentechnologie zu mahnen.

 

Im Bereich der menschlichen Erbgutanalyse, beispielsweise auf dem Feld der Pränataldiagnostik, konnte die Wissenschaft in den letzten Jahren große Fortschritte erzielen. Doch mangelt es bei der Verwendung dieser Erkenntnisse nach Ansicht der katholischen Studentenverbände an qualifizierter ethischer Begleitung, um sicherzustellen, dass das immer größere Verständnis über das Erbgut, und dabei besonders das menschliche, tatsächlich dem Wohl des Menschen dient und nicht ausschließlich dem Gewinnstreben einzelner Unternehmen.

 

Die AGV fordert die deutsche Regierung und die Europäische Union daher auf, bei der Zulassung von medizinischen Verfahren, die das Genom betreffen, den ethischen Aspekt derartiger Verfahren und Untersuchungen stärker ins Blickfeld der politischen Debatte und Entscheidung zu rücken.

Die AGV sieht durch die immer größeren und leichter durchführbareren Möglichkeiten, das Genom eines Embryos pränatal untersuchen zu lassen, die Gefahr, dass sich werdende Eltern durch die Gesellschaft oder gar von Krankenkassen zu einer derartigen Untersuchung genötigt bzw. verpflichtet sehen könnten, um etwaige genetische Mutationen oder Defekte noch vor der Geburt auszuschließen. Doch pränatale Genomuntersuchungen und ebenso die PID müssen Schwangerschaftsrisikogruppen vorbehalten bleiben. Die Aufnahme derartiger Tests in das medizinische Standardprozedere bei Schwangerschaften bedeutet einen stetigen Aufbau von Druck auf Schwangere, diese Tests auch durchzuführen und auf die Ergebnisse entsprechend zu reagieren. Dies könnte eine schleichende Entwertung von durch Gendefekte behindertem Leben – wie beispielsweise bei Chromosomentrisomien – bedeuten. Die katholischen Studentenverbände sehen hier das Potential, dass das Recht auf Leben unter Vorbehalt gestellt wird.

 

Der Wunsch aller Eltern nach einem gesungen Kind ist verständlich und kann niemandem abgesprochen werden. Für Paare, die sich zu derartigen Untersuchungen entschließen, muss jedoch eine bestmögliche Vorinformation und Begleitung sichergestellt sein, um Kurzschlussreaktionen zu vermeiden und den größtmöglichen Schutz ungeborenen Lebens sicherzustellen. Die AGV steht zudem auf dem Standpunkt, dass werdende Eltern im Bezug auf ihr Kind auch ein fundamentales „Recht auf Nichtwissen“ besitzen, welches ihnen unter keinen Umständen von staatlicher oder gesellschaftlicher Seite genommen werden darf. Die katholischen Studentenverbände rufen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und die Bundesregierung daher auf, dieses Recht zu schützen, rechtzeitig gegensätzlich gerichteten Entwicklungen entgegenzusteuern und weitere Anstrengungen zu unternehmen, das Leben, die Würde und die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Behinderung zu sichern.

 

 pm_agv_gentechnik_180613.pdf

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Über die AGV: In der AGV haben sich die fünf katholischen Studentenverbände CV, KV, UV, RKDB und TCV zusammengeschlossen. Sie bildet mit rund 10.000 Studierenden den größten Zusammenschluss katholischer Studenten in Deutschland. Mehr über die AGV, ihre Positionen und Veranstaltungen erfahren im Internet unter www.agvnet.de.




Veröffentlicht am: 09:17:48 20.06.2013
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