Grundstein zur Gedenkstätte
für die Lübecker Märtyrer gelegt

 

LÜBECK. Der 31. August 2012 war ein bedeutsamer Tag für die Propsteigemeinde Herz Jesu zu Lübeck, aber auch für die Stadt und weit über ihre Grenzen hinaus. Nach einer Eucharistiefeier in der Kirche wurde jetzt der Grundstein einer Gedenkstätte gelegt. Sie soll das Andenken an die „Lübecker Märtyrer“ wach halten und deren Wirken weiter erforschen.

 

Am 25. Juni 2011 waren die Bundesbrüder Johannes Prassek und Eduard Müller mit Kaplan Hermann Lange in Lübeck selig gesprochen worden. Mit dem evangelischen Geistlichen Karl Friedrich Stellbrink starben sie nach der Verurteilung durch den sogenannten Volksgerichtshof am 10. November 1943 in Hamburg unter dem Fallbeil. Zur Seligsprechung waren auch Delegationen des UNITAS-Verbandes nach Lübeck gereist.

 

Gedenkstätte wird erweitert

 

Für die neue Gedenkstätte ist im Zuge der Grundsanierung der gesamten Kirche an der Nordseite des Gotteshauses ein schmaler, langgezogener Neubau mit einem Ausstellungs- und Dokumentationsraum geplant. Die bereits heute als Gedenkort für die Märtyrer dienende Krypta soll ebenfalls saniert werden. Fotos, Info-Tafeln und Dokumente sollen über das Schicksal der vier Geistlichen Auskunft geben, die Krypta wird saniert und mit einem behindertengerechten Fahrstuhl ausgerüstet. Zwei Räume im Untergeschoss stehen künftig für Forschung und Archiv zur Verfügung.

 

Die Herz-Jesu-Kirche in der Lübecker Altstadt, an der die katholischen Kapläne tätig waren, wurde 1891 eingeweiht und ist die älteste der insgesamt fünf katholischen Kirchen Lübecks. Die Sanierung des seit 2002 unter Denkmalschutz stehenden neugotischen Gebäudes soll etwa ein Jahr dauern. In der seit dem 20. Mai geschlossenen Kirche werden der Fußboden ausgetauscht, Wände, Säulen und Gewölbe saniert und die Haustechnik modernisiert.

 

Das gesamte Vorhaben soll rund 2,7 Millionen Euro kosten, rund ein Drittel davon entfällt auf die Erweiterung der Gedenkstätte. Das Erzbistum Hamburg beteiligt sich mit knapp zwei Millionen an den Kosten, die Lübecker Stiftungen haben rund 450.000 Euro zugesagt. Für die restlichen 300.000 Euro hoffen die Initiatoren auf Spenden aus der Pfarrgemeinde und von Lübecker Bürgern.

 

 

 

Zitiert:

 

„Das wertvolle Erbe, das uns diese mutigen Zeugen überliefert haben, ist ein gemeinsames Erbe aller Kirchen und aller kirchlichen Gemeinschaften. Es ist ein Erbe, das lauter spricht als die Faktoren der Trennung. Der Ökumenismus der Märtyrer und der Glaubenszeugen überzeugt am meisten. Er zeigt den Christen des einundzwanzigsten Jahrhunderts den Weg zur Einheit auf. Es ist das Erbe des Kreuzes, das im Licht von Ostern erlebt wird: ein Erbe, das die Christen reich macht und aufrichtet, während sie sich auf den Weg ins neue Jahrtausend machen.“

 
Papst Johannes Paul II. in der ökumenischen Gedächtnisfeier für die Zeugen des Glaubens im 20. Jahrhundert im Kolosseum am 7. Mai 2000

 

 

LINKS:

-> Das „Lübecker Ereignis“: Wir folgen nur Christus

-> DOSSIER: Seligsprechungen 2011 - Lübecker Märtyrer und Bbr. Georg Häfner. Bundesbrüder aus der UNITAS im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
-> Hamburger Aktiventag 2011 mit Rekordbeteiligung

 

 




Veröffentlicht am: 14:02:06 11.09.2012
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