„Europa ist auch ein Auftrag für Christen, gerade jetzt!“

Kardinal Marx erinnert in Radiobeitrag an
christliche Grundlage der europäischen Identität

 

MÜNCHEN. Angesichts der aktuellen Krise fordert der Erzbischof von München und Freising, Bbr. Kardinal Reinhard Marx, Europa auch „als christliches Projekt“ zu begreifen. Der Kontinent habe auf der Grundlage des christlichen Menschenbilds „eine Prägung erfahren, die alle Bereiche unseres Lebens kennzeichnet“, so Bbr. Kardinal Marx in einem Radiobeitrag für den Bayerischen Rundfunk, der am Samstag, 7. Juli, um 17.55 Uhr im zweiten Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt wird.

 

Christlich geprägte „Vorstellungen von Demokratie, der Würde des Menschen, von einer sozialen Form des Wirtschaftens, die dem Menschen dient und nicht dem Kapital“, gelte es gerade jetzt entschlossen zu vertreten, erklärt der Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (ComECE): „Ohne Christentum kann Europa auch in Zukunft seine Identität nicht bewahren und immer neu finden. Deswegen ist und bleibt Europa auch ein Auftrag für uns Christen, gerade jetzt!“

 

Europa in entscheidender Phase

 

Europa stecke augenblicklich „in einer entscheidenden Phase seiner Entwicklung“, erklärt Marx. Er erinnert daran, dass die wirtschaftliche Integration für die Gründungsväter Europas „nie ein Selbstzweck“ gewesen sei, sondern „der Vision eines vereinigten und versöhnten Europa in Frieden und Freiheit“ diente. Auch heute noch sei die solidarische Einigung Europas zu betrachten als „ein Beitrag zur Erlangung des wahren Friedens nicht nur für die Völker Europas, sondern des Weltfriedens, denn die großen Weltkriege hatten ihren Ausgangspunkt in Europa“.

 

Souveränität gemeinsam ausüben

 

Gleichwohl sei die Einigung heute nicht mehr allein durch den Willen zum Frieden motiviert, betont der Kardinal: „Die gemeinsame Ausübung nationalstaatlicher Souveränität ist für die Europäer zum Gebot der wirtschaftlichen und politischen Vernunft geworden. Keine der europäischen Nationen kann auf Dauer allein bestehen.“ Die einzelnen Länder bedürften es eines gemeinsamen Marktes mit gemeinsam festgelegten Regeln. „Dabei zeigt die aktuelle Krise in Europa, dass Wirtschaft, Politik, Kultur und die gemeinsamen zumeist christlichen Werte nicht voneinander getrennt werden können“, erklärt Bbr. Marx. Es gehe letztlich nicht um ein „technisches Problem“, sondern um eine „gemeinsame Vorstellung für die Zukunft unseres Kontinents“.

 


 

Quelle: Erzbistum München und Freising

 




Veröffentlicht am: 15:48:06 06.07.2012
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