PRESSEMELDUNG


Katholische Studentenverbände drängen auf zügige und
verantwortungsbewusste Umsetzung des PID-Gesetzes


BONN.
Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) begrüßt das Schreiben des Präsidenten des ZdK an Bundeskanzlerin Merkel und schließt sich den darin geäußerten Forderungen nach sorgfältiger Ausgestaltung der Rechtsverordnung zum PID-Gesetz und Schaffung nur einer zentralen Ethik-Kommission zu deren Umsetzung an.

 

Anhand von Daten aus Ländern, in denen die PID in verschiedenen, mit der deutschen Regelung vergleichbaren Ausgestaltungen bereits zugelassen ist, lässt sich abschätzen, dass in Deutschland pro Jahr nur mit wenigen hundert Fällen zu rechnen ist. Derzeit gibt es in Deutschland 124 reproduktionsmedizinische Einrichtungen. Eine jeweils eigene Ethikkommission an jedem einzelnen Zentrum oder auch in jedem Bundesland anzusiedeln erscheint aufgrund der zu erwartenden Fallzahlen nur wenig zweckmäßig. Die 2002 zum ersten Mal berufene Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellenforschung kann hier als positives und maßgebendes Beispiel einer bundesweiten Anlaufstelle dienen.

 

Als politische Interessenvertretung von 10.000 katholischen Studentinnen und Studenten hat sich die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände im letzten Jahr durch verschiedene Aktionen massiv für ein Verbot der PID eingesetzt. Nach der Entscheidung im Deutschen Bundestag vor einem Jahr war das Thema nicht mehr auf der öffentlichen Agenda. Nun hat ZdK-Präsident Alois Glück jedoch durch seinen Brief an Bundeskanzlerin Merkel einen wichtigen Anstoß gegeben: Die Ausgestaltung der in der beigefügten ZdK-Pressemeldung angesprochenen noch ausstehenden Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit scheint auch aus Sicht der katholischen Studentenverbände enorm wichtig zu sein - schließlich hängt es von der Einrichtung der Ethikkommissionen sowie auch von den anderen angesprochenen Punkten ab, ob der im letzten Jahr vielbefürchtete „Dammbruch“ mit der PID verhindert werden kann.

 

Die AGV legt mit Sorge ihr besonderes Augenmerk auch auf die sich weiter abzeichnenden Entwicklungen in der Genomforschung. Die AGV sieht durch die immer größeren und leichter durchführbareren Möglichkeiten das Genom eines Embryos pränatal untersuchen zu lassen die Gefahr, dass sich werdende Eltern durch die Gesellschaft oder gar von Krankenkassen zu einer derartigen Untersuchung genötigt bzw. verpflichtet sehen könnten, um etwaige genetische Mutationen oder Defekte noch vor der Geburt auszuschließen. Die AGV steht auf dem Standpunkt, dass werdende Eltern im Bezug auf ihr Kind ein fundamentales „Recht auf Nichtwissen“ besitzen, welches ihnen unter keinen Umständen von staatlicher oder gesellschaftlicher Seite genommen werden darf.

 

Die AGV ruft die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und die Bundesregierung daher auf, dieses Recht zu schützen, rechtzeitig gegensätzlich gerichteten Entwicklungen entgegenzusteuern und weitere Anstrengungen zu unternehmen, das Leben, die Würde und die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Behinderung zu sichern.

 


 

Die AGV: www.agvnet.de
Die Pressemeldung zum Herunterladen als PDF:
Pm_Pid.pdf / 82.56 KB

 

 




Veröffentlicht am: 14:44:02 04.07.2012
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