Bbr. Reinhard Kardinal Marx
neuer Vorsitzender der EU-Bischofskommission

BRÜSSEL. Bbr. Kardinal Reinhard Marx (58), Erzbischof von München und Freising, ist neuer Präsident der EU-Bischofskommission COMECE. Bei der Frühjahrsvollversammlung in Brüssel wählten ihn die Vertreter der Bischofskonferenzen aus den 27 EU-Mitgliedstaaten am Donnerstagabend, 23. März, zum Nachfolger des Rotterdamer Altbischofs Adrianus van Luyn (76), der seit 2006 als COMECE-Präsident amtierte.

„Entscheidender Moment für die Zukunft Europas“

In seiner ersten Erklärung machte Reinhard Kardinal Marx Mut und plädierte für Zusammenhalt und gemeinsames Eintreten für die Europäische Union: „In Anbetracht der wirtschaftlichen und finanziellen Krise, die derzeit unseren Kontinent trifft, glaube ich, dass die Europäische Union die Kraft und das Potential besitzt, diese Situation zu meistern. Eine globale Krise erfordert eine gemeinsame Antwort. Wir müssen denn Sinn für Verantwortung und Gemeinsamkeit wieder entdecken. Dies ist die Vorbedingung dafür, unsere Probleme gemeinsam zu lösen. Wir befinden uns in einem entscheidenden Moment für die Zukunft Europas“.

Die Amtszeit des COMECE-Präsidiums beträgt drei Jahre. Seine wichtigste Aufgabe ist laut Satzung, „die notwendigen Kontakte mit den Organen der Europäischen Union zu unterhalten“. Die Bischöfe der COMECE treffen sich zwei Mal pro Jahr zur Vollversammlung. Die Kommission beobachtet und analysiert politische Entwicklungen, informiert innerhalb der Kirche über Rechtssetzungen in der EU und fördert auf Grundlage der Soziallehre der Kirche die Reflektion über Herausforderungen eines vereinten Europa.

Internationale „Solidaritäts- und Verantwortungsgemeinschaft“

Seit 2006 ist Marx deutscher Vertreter in dem Bischofsgremium, war Vorsitzender ihrer Sozialkommission und seit 2009 COMECE-Vizepräsident. Die Kommission veröffentlichte erst im Februar eine unter seiner Leitung erarbeitete 26-seitige Stellungnahme, die die EU aufforderte, das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft zu einer internationalen „Solidaritäts- und Verantwortungsgemeinschaft“ weiterzuentwickeln. In seiner neuen Aufgabe wird er von vier Vizepräsidenten unterstützt: Bischof Gianni Ambrosio (Diözesanbischof von Piacenza-Bobbio, Italien), Bischof Virgil Bercea (Diözesanbischof von Oradea Mare, Rumänien), Bischof Piotr Jarecki (Weihbischof in Warschau, Polen) and Bischof Jean Kockerols (Weihbischof von Mechen–Brüssel, Belgien).

Kardinal Marx wurde 1953 in Geseke geboren, studierte Theologie und Philosophie in Paderborn und Paris und wurde 1979 zum Priester geweiht. Nach seiner Promotion und der Tätigkeit als Direktor der Kommende in Dortmund übernahm er 1996 eine Professur für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn. 1996 empfing er die Bischofsweihe und wurde Weihbischof im Erzbistum Paderborn. Ab 2001 war er Bischof von Trier, der ältesten deutschen Diözese, seit 2008 ist er Erzbischof von München und Freising. In der Deutschen Bischofskonferenz hat er den Vorsitz der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen inne. 2010 wurde Erzbischof Marx von Papst Benedikt XVI. in den Kardinalsstand erhoben.

Der UNITAS schloss sich Marx in Paderborn bei UNITAS Hathumar an und war in Münster bei UNITAS Winfridia aktiv. Als Direktor der Kommende in Dortmund unterstützte er die Gründung der UNITAS Ruhrania an den Ruhr-Universitäten.


EU-Bischofskommission COMECE: www.comece.org.




Veröffentlicht am: 21:28:48 23.03.2012
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