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Katholische Studentenverbände

verurteilen Gewalt gegen Christen in Nigeria

 

BONN. „Mit zunehmender Sorge und Bestürzung nimmt die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Studentenverbände (AGV) die wachsende terroristische Gewalt gegen Christen in Nigeria wahr“, erklärte heute der AGV-Vorsitzende Adam Strzoda in Münster. Jüngste Opfer brutaler Anschläge gegen öffentliche Einrichtungen und eine Kirche waren etwa 200 Menschen in den Städten Kano und Bauchi im Norden des Landes.

 

„In diesen von Schrecken geprägten Tagen denken die katholischen Studentenverbände besonders an die Opfer der Anschläge und die trauernden Angehörigen und fühlen sich ihnen im Gebet verbunden“, sagte Strzoda.

 

Immer wieder sei es in den vergangenen Monaten zu Anschlägen der radikal islamistischen Gruppe Boko Haram auf staatliche und kirchliche Einrichtungen im Nordosten Nigerias und auch in der Hauptstadt Abuja gekommen. „Besonders abscheulich war dabei der Anschlag auf eine Kirche am Weihnachtstag“, stellte der AGV-Vorsitzende fest. Die Eskalation der Gewalt in Nigeria habe viele Gründe; die auftretenden Konflikte seien nicht allein auf Spannungen zwischen Muslimen und Christen zurückzuführen, so der Münsteraner Jurastudent. Gleichwohl sei unverkennbar, dass sich die Anschläge (im Norden des Landes) vermehrt gegen Christen und deren Einrichtungen richten. Die nigerianische Öffentlichkeit sei daher zu Recht beunruhigt über den sich verstärkenden Eindruck der Inkompetenz und Hilflosigkeit der Regierungsstellen im Umgang mit den wachsenden Sicherheitsproblemen, heißt es in der Stellungnahme des AGV-Vorsitzenden.

 

„Außer mit kurzen militärischen Interventionen und vollmundigen Versprechungen der Sicherheitsorgane existiert faktisch nichts, was den Charakter einer Strategie zur Eindämmung der zunehmenden terroristischen Gewaltakte der Boko Haram hat“, empörte sich Strzoda. Im Gegenteil scheine das gewaltsame Vorgehen von Polizei und Militär das Gefühl einer schwindenden Rechtsstaatlichkeit noch zu befördern.

 

Die AGV fordert daher die Regierung in Nigeria auf, dieser nationalen Herausforderung auf breiter Front zu begegnen und mit den wesentlichen zivilgesellschaftlichen Akteuren in einen Dialog zu treten, vor allem auch mit den Vertretern des Islam. Ohne eine Reform der Bildungs- und Sozialpolitik des Landes werde es in Nigeria, wo 70 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben und der Staat nur 0,8 Prozent des Bruttosozialprodukts für den Erziehungssektor aufwendet, keine dauerhafte Ordnung geben können. „Insbesondere fordern wir die nigerianische Regierung auf, den umfassenden Schutz christlicher Einrichtungen, insbesondere im Nordosten Nigerias zu gewährleisten. An die deutsche Bundesregierung appellieren wir, gemeinsam mit den internationalen Partnern und in enger Abstimmung mit der Regierung Nigerias zügig nach Lösungsmöglichkeiten zur Befriedung des Konfliktes zu suchen. Vor allem die Verwirklichung der Religionsfreiheit im gesamten Land gilt es zu gewährleisten“, forderte der AGV-Vorsitzende.

 

Denkbar wären nach Vorstellung der Arbeitsgemeinschaft etwa die Entsendung einer UN-Beobachtermission oder eine gezielte Unterstützung der nigerianischen Sicherheitskräfte durch die Mitglieder der Afrikanischen Union. Die internationale Gemeinschaft könne nicht tatenlos zusehen, wie ein Land der Größe und Bedeutung Nigerias in Gewalt und Chaos versinke.

 

Die Mitglieder der katholischen Studentenverbände rief Adam Strzoda auf, überall dort, wo sie im täglichen Leben stehen, in öffentlichen und kirchlichen Gremien ihre Stimme zu erheben und gegen die Verfolgung der Christen zu protestieren. „Von den Muslimen in Deutschland und ihren Organisationen erwarten die katholischen Studentenverbände eine klare Distanzierung von der Gewalt gegen Christen in Nigeria“, heißt es zum Schluss der Stellungnahme des AGV-Vorsitzenden. Er kündigte für das Frühjahr eine ausführliche Erklärung der AGV zum Thema „Christenverfolgung und Religionsfreiheit“ an.

 


Über die AGV: In der AGV haben sich die fünf katholischen Studentenverbände CV, KV, UV, RKDB und TCV zusammengeschlossen. Sie bildet mit rund 10.000 Studierenden den größten Zusammenschluss katholischer Studenten in Deutschland. Mehr über die AGV, Ihre Positionen und Veranstaltungen erfahren Sie im Internet unter www.agvnet.de.




Veröffentlicht am: 19:22:21 25.01.2012
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