Warning / Stanniol-Invasion:
Nachgemachte Nikoläuse on tour!

ESSEN. Nachdrücklich schließt sich die UNITAS allen Menschen guten Willens an, die es satt haben, ständig irgendwelche nachgemachten Schoko-Kläuse auszuwickeln oder mit Kunstbart kämpfenden Kuttenträgern zu begegnen, die mit dem Patron der Studenten aber auch garnix zu tun haben. Zum Gedenktag des heiligen Bischofs aus Myra am 6. Dezember fordert die UNITAS: Keine Macht den Nachgemachten! 

Jedenfalls haben die in den weihnachtlich glänzenden Straßen herumlungernden und „Hohoho!“ grummelnden rotvermummten Zeitarbeiter ebenso wenig mit dem Nikolaus zu tun  wie die schokoladigen Stanniol-Willis und leichtbeschürzten „Sexy-Nikolas“, die in den vergangenen Jahrzehnten Jahr für Jahr in neuen Varianten einem ahnungslosen Publikum in die Stiefel gestopft werden.

Zu einem richtigen Nikolaus gehört mindestens ein ordentlicher Bischofsoutfit! Das weiß jeder, der einmal eine studentische Nikolaus-Feier erlebt hat oder selbst aus gegebenem Anlass in die aufwendige Montur geschlüpft ist, um einmal im Jahr so richtig auf die Sahne zu hauen und seine Bundesbrüder milde mahnend durch den Kakao zu ziehen.

Denn in der Tat gilt seit Jahrhunderten der wohltätige Heilige aus Myra, dem heute türkischen Demre, als Spezialheiliger der Schüler und Studenten. Sie könnten sich zwar in vielen Nöten an alle möglichen Patrone wenden, aber der Nikolaus gilt ihnen immer schon immer als der liebste.

Das beweisen die zahlreichen lebenslustigen „Nikolaus-Kneipen“, die in studentischen Verbindungen und Vereinen seit alters her einfach zu einem guten Wintersemester-Programm gehören. Langweilig? Bischofskostüm? Wie soll denn da Stimmung aufkommen? Doch das kann nur der fragen, der mit seinen "Untaten" noch nie im Goldenen Buch verzeichnet war und vor einer mal andächtigen, mal johlenden Menge - wie alle und meist zu Recht - ordentlich einen auf die Mütze bekommen hat....

Internationaler
"Weihnachtsmann"-Alarm

Nicht nur den alle Jahre wieder feiernden UNITAS-Studenten geht der weltweit durch die Coca-Cola-Werbung verbreitete Schoko-Weihnachtsmann nach US-Vorbild inzwischen ziemlich „auf den Sack“: Allgemein nimmt insbesondere in katholischen Gegenden die Nachfrage nach „echten“ Nikoläusen stetig zu.

Ein wachsender Protest gegen die kommerzgesteuerte Säkularisationsattacke der möglichst unverbindlichen Festzinnober produzierenden Hohlfigurenindustrie: Gegen Abermillionen stanniolverpackte "Weihnachtsmänner" - fast ausschließlich das Modell „Santa Claus“ ganz ohne Mitra und Bischofsstab - machen inzwischen eine ganze Reihe von Initiativen mobil und fordern seit Jahren schon „weihnachtsmannfreie Zonen“
. Das katholische Bonifatius-Werk bietet Aufkleber mit dem Motto „weihnachtsmannfreie Zone“ (s.o.) an, die man zusammen mit einer CD mit Nikolaus-Geschichten und -liedern bestellen kann (siehe www.weihnachtsmannfreie-zone.de). Außerdem gibt es hier eine Liste mit Anbietern, bei denen sich ebenfalls Schoko-Nikoläuse bestellen lässt. 

Nikolaus: Mehr als europäische Folklore

Wer der echte Nikolaus war, lässt sich auf der Homepage www.nikolaus-von-myra.de nachlesen. Jedenfalls keiner, dessen christliches Lebenszeugnis auf einen weißbärtigen gemütlichen Oldie mit glühender Nase und in roter Felljoppe zu reduzieren wäre. Der 1700 Jahre lang unvergessene Bischof Nikolaus, auch Schutzpatron der Seeleute, die wie die von Universität zu Universität ziehen Studenten früherer Jahrhunderte sein Andenken in alle Welt getragen haben, ist ein gutes Stück christliches Abendland. Und er sollte für Nichtchristen zumindest zu einer erhaltenswerten europäischen Folklore gehören.

Dass der kulturimperialistische Stanniol-Willi, „Santa Handybringer“ und Camcorderverkäufer mit seiner obligatorischen Erfrischungsbrause in den Wochen vor Weihnachten echten Stress hat, soll sein Problem bleiben. Dass seine klingelnden Rentierschlitten kaum durch den Schornstein passen, weiß trotzdem jedes Kind ....

Allen einen schönen Nikolaus-Tag. Und denen, die Nikolaus heißen, an ihrem Namenstag erst recht!

Bilder: Impressionen von Nikolaus-Kneipen bei der UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund und bei der UNITAS-Stolzenfels in Bonn.




Veröffentlicht am: 09:06:39 05.12.2011
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse