Papstbesuch in Deutschland:
Bbr. Lorenz Werthmann bei Abschlussmesse gewürdigt

 

FREIBURG. Erzbischof Robert Zollitsch hat bei der Abschlussmesse der Apostolischen Reise von Papst Benedikt XVI. in Deutschland die Rolle der kirchlichen Wohlfahrt für die Gesellschaft betont. „Caritas steht nicht nur für Nächstenliebe, Hilfe und Solidarität. Caritas steht für die entscheidenden Werte, die aus dem Glauben an Jesus Christus erwachsen und von denen unsere Gesellschaft lebt», sagte Zollitsch am Sonntag, 25. September, vor über 90.000 Gläubigen.

Die Kirche und die Christen leisteten „einen unschätzbaren Wert für unser Zusammenleben“. Dabei verwies der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz auf Bbr. Lorenz Werthmann (1858-1921), den Gründer des Deutschen Caritasverbandes, der seinen Hauptsitz in Freiburg hat.

 

Christus sichtbar machen

 

In seiner Predigt unterstrich Papst Benedikt XVI.: „Dies ist … der Augenblick, um den vielen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern, ohne die das Leben in den Pfarreien und in der Kirche als ganzer nicht denkbar wäre, ein Wort sehr herzlichen Dankes zu sagen. Die Kirche in Deutschland hat viele soziale und karitative Einrichtungen, in denen die Nächstenliebe in einer auch gesellschaftlich wirksamen Form und bis an die Grenzen der Erde geübt wird. Allen, die sich im Deutschen Caritas-Verband oder in anderen kirchlichen Organisationen engagieren oder die ihre Zeit und Kraft großherzig für Ehrenämter in der Kirche zur Verfügung stellen, möchte ich meinen Dank und meine Wertschätzung bekunden.“

 

Zu diesem Dienst gehöre neben sachlicher und beruflicher Kompetenz im Sinn der Weisung Jesu das offene Herz. Es lasse sich von der Liebe Christi treffen und gebe so dem Nächsten mehr als technischen Service: „Die Liebe, in der dem anderen der liebende Gott - Christus – sichtbar wird.“

 

Werthmann starb vor 90 Jahren

 

Fast auf den Tag vor drei Jahren war in Freiburg des 150. Geburtstags von Bbr. Lorenz Werthmann gedacht worden. Erzbischof Zollitsch betonte bei einem Festakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Lorenz Werthmann hält uns wie kaum ein anderer vor Augen, dass die praktizierte Nächstenliebe nicht nur Anhängsel oder Wegbereiter ist, sondern – wie Papst Benedikt in seiner Enzyklika „Deus caritas est“ eindringlich betont – zum „Kerngeschäft“ der Kirche, zu ihrer ureigensten Aufgabe, gehört. Es gilt bis heute: Verbandliche Caritas ist Aufgabe der gesamten Kirche; sie ist jedoch noch viel mehr: sie ist im wahrsten Sinne Kirche.“

 

Wertmann, der 1897 den Deutschen Caritasverband gründete, wurde am 1. Oktober 1858 in Geisenheim im Rheingau geboren. Seine Begegnungen mit Papst Leo XIII. und Bbr. Franz Hitze, Kaplan am Campo Santo Teutonico und späterer Sozialpolitiker, waren wegweisend für sein soziales Engagement. Am 10. April 1921, vor 90 Jahren, starb der erste Präsident des heute größten Wohlfahrtsverbandes in Deutschland in Freiburg.

 

In bundesweit mehr als 20.000 Beratungsstellen, Pflegeheimen und anderen sozialen Initiativen arbeiten rund 500.000 Hauptamtliche und noch einmal so viele ehrenamtliche Mitarbeiter. Zu Ehren von Prälat Dr. Lorenz Werthmann gab die Deutsche Post 2008 eine Sonderbriefmarke heraus. Bereits 1954 war Bbr. Lorenz Werthmann schon einmal von der Post mit einer Briefmarke im Satz „Helfer der Menschheit“ gewürdigt worden.

 


 

Mehr:

29.09.2008: Bbr. Lorenz Werthmann: Pionier der modernen Caritasarbeit

18.09.2008: 150 Jahre Bbr. Lorenz Werthmann




Veröffentlicht am: 22:37:14 25.09.2011
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