Das Denkmal für die gefallenen Ruhranen. Die Inschrift lautet: "Treu ihrem Fahneneide starben den Heldentod: AH Ferdinand Teipel, Jos. Beine, Engelb. Schlömer, Aloys Berelsmann, Herm. Bohse, Franz Breuer, Reinhold Deters, Karl Veltkamp, Herm. Stüve, Peter Moll, Aug. Witte, Leo Wennemer, Andr. Richters, Karl Schotterer." Das Denkmal wurde unter mysteriösen Umstanden zur Zufall auf dem Dachboden von Stift Tilbeck im Münsterland entdeckt und hängt seit 31. Mai 2008 auf dem neuen Ruhranen-Haus in Essen (s.o.).

Schon im 1. Zwischensemester 1919 können mehr als ein gutes Dutzend Füchse gewonnen werden. Eine einigermaßen befriedigende Bleibe findet der Verein in der „Kreuzschanze”. Die Chargen arbeiten im ASTA (Allgemeiner Studenten-Ausschuss) mit, gelegentlich auch in der Vertretung der Korporationen und vor allem im Rahmen des Münsterschen UV, dessen Vorsitz bald der Ruhrania zufallen sollte.

Das zweite Nachkriegssemester im Sommer lässt den Verein weiter wachsen: er kann noch durch 11 Neofüchse verstärkt werden. Trotz einiger Abgänge, besonders durch Philistrierungen, ist die Mitgliederzahl größer als bei Beginn des Krieges. Neues Vereinslokal wird der „Deutsche Kaiser” in der Jüdefelder Straße. 1920 zählt Ruhrania 58 Mitglieder – darunter 20 Auswärtige – und ist nach innen und außen gefestigt
 

Der Zusammenhalt verstärkt sich für viele Vereinsbrüder noch, als im März das Semester durch die politischen Wirren jäh abgebrochen wird, eine „Akademische Wehr” alter Soldaten zusammengestellt und an der Seite der Reichswehr zum Feldzug gegen die „Spartakisten” ausrückt. Eine fast nur aus Ruhranen bestehende Wache im Bahnwärterhäuschen von Mecklenbeck an der Straße nach Dülmen soll für eine Nacht die einzige Sicherung Münsters nach Südwesten gewesen sein. In den Kar- und Ostertagen geht der Marsch über Ottmarsbocholt, Lüdinghausen, Selm ins Ruhrgebiet.
 


Die münsteraner Vereine zum Stiftungsfest angetreten.

Dreijährige Blütezeit

Alle kehren wohlbehalten zurück und mit dem Sommer 1920 beginnt für Ruhrania eine ungestörte Blütezeit bis zum Sommer 23. Man zieht nach Timpte zur Münzstraße um, die Mitgliederzahl hält sich bei 45 bis 50 und bewegt sich dann um 45; dass sie gegenüber dem letzten Wintersemester geringer war, erklärt sich durch einige Austritte, durch Abgänge in den Verband und nicht zuletzt durch Philistrierungen.

1921 kommt Hermann Wulle zum Verein. Sein Elternhaus mit der Buchhandlung an dem zur Dompfarre gehörenden „Spiegelturm” wird bis in den Zweiten Weltkrieg hinein die Zentrale der Ruhrania und des Münsterschen UV. Er ist am vielleicht wichtigste Ereignis der Zeit maßgeblich beteiligt – dem Bau eines Ruhranen-Bootshauses an der Werse östlich Münster. Ursprünglich dachte man an einen Bau bei „Hugerlandshof”, schließlich wird aber das jetzige Bootshausgrundstück bei „Nobiskrug” erworben und der Bau in Eigenarbeit aufgeführt. Am 29. Juli 1922 findet die Einweihung des Bootshauses statt. 1923 wird das Bootshaus weiter ausgestattet, vor allem mit zwei Booten, der „Ruhrnixe” und der „Rheinnymphe”. Es bildet einen immer stärkeren Anziehungspunkt für alle Ruhranen und ihre Damen, die viel zur gemütlichen Gestaltung des „Heimes” beitragen. 

weiter zu: IV. 1924 - 1930