Aktiventag 2011 in Hamburg
zum „Zeugnis der Lübecker Märtyrer“

 

MARBURG / HAMBURG. Wie steht es heute um das öffentliche Bekenntnis für christliche Überzeugung in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft? Dieser Frage widmet sich der kommende Aktiventag, zu dem der amtierende Vorort UNITAS Franko-Saxonia vom 28.-30. Oktober nach Hamburg einlädt.

 

„Die Lübecker Märtyrer: Zeugnis für heute und morgen“ lautet das Tagungsthema, das mit dem Ort bereits von der Essener UNITAS Ruhrania, dem Vorgänger im Amt, angeregt und nun maßgeblich von den Hamburger Bundesbrüdern der UNITAS Tuisconia vorbereitet worden war.

Ausdrücklich erinnert das in der Jugendherberge Hamburg am Alfred Wegener-Weg geplante Verbandstreffen damit an die Seligsprechungen im Sommer 2011: „Die Fragen des Zeugnisses der Märtyrer, unter denen mit Kaplan Johannes Prassek und Kaplan Eduard Müller zwei Bundesbrüder sind, soll uns auch heute inhaltlich beschäftigen“, heißt es im Schreiben des Vororts an die Studenten- und Studentinnenvereine, die dazu in Arbeitsgruppen Einzelfragen nachgehen werden.

 

Glaubenszeugnis als bleibende Herausforderung

 

Nach Eröffnung des Aktiventags durch Vorortspräsident Kilian Schmiz und Einführung durch C. Heilmann am Freitag, 28. Oktober, steht der Samstagvormittag ganz im Zeichen der Glaubenszeugen: Buchautor Prof. Dr. Peter Voswinckel, der den Seligsprechungsprozess mit seinen Forschungen begleitet hatte, spricht in der Krypta der Nikolaikirche zum Thema „Das Vermächtnis der Lübecker Märtyrer“. Pfarrer Georg Bergner (33), seit 2009 Jugendpfarrer des Erzbistums Hamburg, erweitert den ersten Schwerpunkt dort anschließend mit einem Vortrag unter dem Titel „Lübecker Märtyrer – Bleibende Herausforderungen eines geschichtlichen Zeugnisses“.

 

Am frühen Nachmittag wird Bbr. Kpl. Helmut Wiechmann (Geistlicher Beirat des UNITAS-Verbandes) eine Gedenkstunde in „Planten und Blomen“ gestalten. Der Ort „an dem das Blut der vier Kapläne ineinander floss”, das Hamburger Gefängnis am Holstenglacis, werde Platz einer Andacht vor den dortigen Gedenktafeln sein, kündigt das Programm an. Am Nachmittag treffen sich Arbeitsgruppen zu den Einzelthemen „Charakter zeigen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“.

 

Großer Festkommers auf dem Elbschiff

 

„Ich würde mich freuen, eine große Schar an Aktiven begrüßen zu dürfen und gemeinsam den unitarischen Geiste an diesem Wochenende aufleben zu lassen“, so Vorortspräsident Kilian Schmiz und Vorortsschriftführer Nicola Di Stefano aus Marburg, die auch zu frohem Wiedersehen einladen: „Denn auch unser drittes Prinzip soll mit Leben gefüllt werden: Den feierlichen Festkommers werden wir bei einer stimmungsvollen Elbrundfahrt auf einem Schiff durch den Hamburger Hafen begehen“, freuen sich die Bundesbrüder von der Lahn.

 

Festvortrag von Bbr. Weihbischof Jaschke

 

Zum Boarding treffen sich die Teilnehmer am Samstag um 19.30 Uhr an den St. Pauli-Landungsbrücken, anschließend geht es mit der MS Hamburg auf die Elbe. Präside des Festkommerses ist der Vorortspräsident, den Festvortrag zum Thema „Worauf wir uns verlassen wollen – Vertrauen - Werte - Verantwortung“ hat Bbr. Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (Erzbistum Hamburg) übernommen. Die Tagung schließt am Sonntag, 30.Oktober, um 9.30 Uhr mit einem Festhochamt in der Pfarrei St. Ansgar / „Kleiner Michel" (Michaelisstr. 5, Hamburg).

 

Um Anmeldungen wird bis spätestens 20. Oktober über das Online-Anmeldeverfahren im internen Bereich der Unitas-Homepage gebeten. Der Teilnehmerbeitrag (Aktive 20 Euro + 50 Euro Kaution) ist vorab auf das Verbandskonto zu überweisen. Auch für Hohe Damen und Alte Herren, die am Festkommers teilnehmen möchten, ist eine Anmeldung notwendig.

 

 

 

 Anlässlich des Aktiventages 2011 in Hamburg steht ein Sondernewsletter zum Herunterladen bereit (5MB).

 Das Programm: http://www.unitas.org/unitas/wir/vgs/downloads/Programm_Aktiventag.pdf
 DOSSIER: Die Seligsprechung der Lübecker Märtyrer
 


 

Die Unitas in Hamburg

 

„Blaue Alster, weiße Segel, dazu goldner Sonnenschein…“, diese Farbenstrophe sagt schon, warum es in Hamburg einfach eine Unitas geben muss...
 
Bereits vor der Gründung der Universität in Hamburg 1919 gab es einen unitarischen Zirkel in der stolzen Hansestadt, doch verständlicherweise erst mit Gründung der Universität wurde die Unitas Tuisconia 1919 aus der Taufe gehoben.

 

Nach dem Verbot unter den Nazis, der aktiven Zeit parallel zum Wiederaufbau der jungen Bundesrepublik und der Suspendierung in den Studentenunruhen 1971, wurde die „heutige“ Aktivitas der Tuisconia 1990 wiederbegründet. Mit Bezug einer gemieteten Etage und damit erstmals vorhandenen sieben Zimmern wurde 1994 das Wohnheim eröffnet. Mit dem Kauf einer Etage in der Schlüterstraße 26, direkt am Campus der Uni, konnte 2007 mit tatkräftiger Hilfe des Verbandes ein eigenes „Haus“, also eine Wohnung mit sieben Zimmern, erworben werden, die seitdem von  Hospitanten und Aktiven bewohnt wird und als unitarisch-studentischer Anlaufpunkt dient.

 

Zwischen sechs und zehn Aktive fühlen sich seit 1990 kontinuierlich der Unitas-Tuisconia und den Prinzipien verpflichtet. Denn in der Diaspora ist das Werben um junge Studenten für unitarische Werte und Ideen mit besonderen Mühen verbunden. Anders beim Hamburger Altherrenzirkel: Denn Hamburg ist als Arbeitsort und Lebensmittelpunkt durchaus sehr beliebt. So treffen sich viele Bundesbrüder monatlich zum Stammtisch, die Hamburg erst nach Beendigung des Studiums für sich entdeckt haben. Nach 1998 findet 2011 hier nun der zweite Aktiventag des Unitas-Verbandes statt. Die aktiven und philistrierten Bundesbrüder freuen sich auf die Gäste.

 

 

Hamburg – Tor zur Welt

 

Die Stadt mit einem der größten Häfen der Welt, ein Stadtstaat mit Wohlstand und viel Lebensqualität, ein Handelszentrum, die deutsche Stadt der Musicals, eine Medienstadt, ein akademischer Ort mit mehreren Universitäten, die Stadt mit kurzen Wegen zur Nord- und Ostsee – viele Überschriften eignen sich für die große Hansestadt. Die dynamische Stadt zählt rund 1,8 Mio Einwohner und ist damit nach der Hauptstadt die größte der Bundesrepublik Deutschland. Seit 15. Dezember 2010 trägt Hamburg für ein Jahr den Titel „Umwelthauptstadt Europas“, seit Jahren wird an einem weiteren Wahrzeichen „Elbphilharmonie“ gebaut, das im Hafen weithin sichtbar entsteht.

 

Apropos Hafen: Die Jugendherberge „Am Stintfang“, die die Besucher des Aktiventages aufnehmen wird, liegt an den St. Pauli Landungsbrücken, also direkt am Wasser. Von dort ist es nicht weit zur „Reeperbahn“, aber auch zum jüngst größten Bauprojekt Europas, der Hafencity, mit ihren Clubs und der angrenzenden Speicherstadt, in der u.a. das Miniaturwunderland als größte Modelleisenbahn der Welt jedes Jahr neue Besucherrekorde erzielt. Die Landungsbrücken liegen in der Achse der alten Stadtbefestigungsmauern, dem Wallring, der durch den großen Park „Planten un Blomen" ersetzt worden war. An dieser Parkanlage steht auch das Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis, in dem am 10. November 1943 die vier „Lübecker Märtyrer“ hingerichtet worden sind. Uns Anlass, den Aktiventag in Hamburg zu begehen.