150 Jahre UNITAS-Bundeslied:
Das Entstehen der unitarischen Hymne in ihrer Zeit

„Erschalle jetzt, Du Bundessang“: Temperamentvoll beschwört es bei hochoffiziellen Anlässen die unitarische Gemeinschaft – das „Bundeslied“ der UNITAS. Es ist das „Lied Nummer 1“ im unitarischen Liederbuch und immer erste Wahl für die feierlichste musikalische Umrahmung bei der Aufnahme neuer Mitglieder. 2008 wurde es 150 Jahre alt.

„1858: Erstes Bundeslied gedichtet“ - vermerkt das 1913 erschienene Unitas-Handbuch aus der Feder von Bbr. Werner Ohlendorf lapidar. Als Verfasser des Bundesliedes gilt der Bonner Unitarier Bbr. Peter Liesen, wie etwa das UV-Liederbuch in der derzeit noch gebräuchlichen Auflage von 1967 ausweist. Über Liesen selbst ist nicht viel bekannt: In seiner Zeittafel zur Geschichte des UV heißt es bei Ohlendorf: „1859, SS: Der Bestand von Unitas-Bonn wird durch Präses Liesen gerettet.“ Doch Namensähnlichkeiten und eine schwierige Quellenlage haben die Erinnerung an einen Bundesbruder der ersten Zeit offensichtlich zunehmend verdrängt.

 

Eine Zusammenschau von Bbr. Dr. Christof Beckmann (UNITAS Ruhrania), die im folgenden als Vorabdruck aus der Doppelnummer der Verbandszeitschrift UNITAS 3/4 2008 abgedruckt ist, liefert Anhaltspunkte für das Entstehen der Hymne in ihrer Zeit. Die junge Korporation, deren Grundsätze gerade erst durch Bbr. Hermann Ludger Potthoff aus Werden grundgelegt worden waren, diskutierte intensiv die historische Ereignisse ihrer Zeit. Insbesondere dürften die kriegerischen Auseinandersetzung um die Einigung Italiens und vor allem die Situation des Papsttums eine Rolle gespielt haben, aber auch die Marienerscheinungen von Massabielle, so die Vermutung. Vieles davon finde sich im Text der Hymne wieder, die einem Autor zugesprochen wird, dessen Spuren ins rheinische Eschweiler verweisen …

 

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