ZUR PERSON: BBR. ROBERT SCHUMAN
BIOGRAPHIE & ARTIKEL


Robert Schuman, der „Vater Europas“, stammte aus einem europäischen Grenzland. Dass ihn diese Erfahrung zeitlebens geprägt hat, wird immer wieder gewürdigt. Dass er aber in seiner ganzen Lebenshaltung aus benediktinischem Geist lebte und an keinen Tag die Hl. Messe versäumte, findet sich in Darstellungen schon seltener...

 

Für UNITAS-Mitglieder gibt es die Verpflichtung, seine Arbeit für das geeinte Europa in besonderem Licht zu sehen. Denn während seines Studiums in Deutschland hatte er in Bonn (1904), München (1905) und Berlin (1906) der UNITAS angehört und sich anschließend der UNITAS in Straßburg angeschlossen. Ihr und den unitarischen Prinzipien ist Bbr. Robert Schuman über alle Wechselfälle der Geschichte treu geblieben. Darum sieht sich der UNITAS-Verband bis heute seinem Erbe in herausragender Weise verpflichtet.


„Dr. jur. Robert Schuman (* 29. Juni 1886 in Clausen, Großherzogtum Luxemburg; † 4. September 1963 in Chazelles bei Metz) war ein französischer Politiker luxemburgisch-lothringischer Abstammung. Schuman war Ministerpräsident von Frankreich und bereitete als französischer Außenminister den Weg zur Schaffung der Montanunion (Schuman-Plan) vor. Später war Schuman Präsident des Europäischen Parlaments. Er gilt zusammen mit Jean Monnet als Gründervater der Europäischen Union.


Robert Schumans Vater, Jean-Pierre Schuman (1837-1900), dessen Muttersprache Luxemburgisch war, wurde als französischer Staatsbürger im lothringischen Evrange, direkt an der luxemburgischen Grenze, geboren. Nachdem das Deutsche Kaiserreich Lothringen 1871 annektiert hatte, wurde er zum Reichsdeutschen. Roberts Mutter, Eugénie Duren (1864-1911), eine in Bettemburg geborene Luxemburgerin, erwarb 1884 durch Eheschließung die deutsche Reichsangehörigkeit. Obwohl Robert Schuman im Luxemburger Faubourg Clausen zur Welt kam, war er gebürtiger Deutscher, allerdings mit luxemburgischer Muttersprache; Französisch, das er erst in der Schule lernte, sprach er zeitlebens mit einem Akzent.


Von 1896 bis 1903 besuchte Robert Schuman das Athenäum in Luxemburg und legte das Abitur am kaiserlichen Gymnasium in Metz ab. 1904 begann Schuman ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bonn. Dort wurde er Mitglied der Unitas-Salia Bonn im Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas. Er wechselte die Universitäten und setzte in München, Berlin und Straßburg sein Studium fort und wurde auch in den dortigen Unitas-Vereinen aktiv.


Das erste Staatsexamen legte er 1908 in Metz ab und verbrachte dort auch seine Referendarzeit. 1910 promovierte er in Berlin zum Doktor jur. „summa cum laude“. Nach dem Unfalltod seiner Mutter im Jahr 1911 trug Schuman sich mit dem Gedanken, Priester zu werden. 1912 legte er das zweite Staatsexamen ab und wurde Rechtsanwalt in Metz. 1913 war Schuman Vorsitzender der Organisation des Deutschen Katholikentages in Metz.

Während des Ersten Weltkrieges arbeitete Schuman am Bezirkspräsidium in Boulay-Moselle und wurde 1918 Mitglied des Stadtrates von Metz. Nach der französischen Annexion von Elsass-Lothringen 1919 nahm Schuman die französische Staatsangehörigkeit an und ging für die Republikanische Union Lothringen (Union Republicaine Lorraine) als Abgeordneter Lothringens in der französischen Nationalversammlung. Von 1928 bis 1936 war Schuman Vorsitzender des Ausschusses für Elsass-Lothringen und zeitweilig Vizepräsident des Abgeordnetenhauses. Das Abgeordnetenmandat behielt er bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo 1941 während des Zweiten Weltkrieges bei. Nach seiner Verhaftung wurde er in Metz und in Neustadt an der Weinstraße inhaftiert, bis ihm schließlich 1942 die Flucht gelang.


Nach dem Krieg wurde Robert Schuman erneut Abgeordneter der französischen Nationalversammlung und Präsident des Finanzausschusses. 1946 wurde Schuman Finanzminister und 1947 sogar Ministerpräsident von Frankreich. Zwischen 1948 und 1952 war er Außenminister in acht kurzlebigen Kabinetten der politischen Mitte. Bekannt wurde er als Politiker unter anderem durch die Schaffung des nach ihm benannten Schumanplans.


Am 9. Mai 1950 veröffentlichte Robert Schuman die historische Erklärung für die Neukonstruktion Europas, beginnend mit der Montanunion, die politisch zur Föderation Europas führen soll. Am 18. April 1951 wurde der Montanvertrag in Paris unterzeichnet. Robert Schuman fand für seine Idee, eine Europäische Gemeinschaft zu schaffen, in Frankreich zu dem damaligen Zeitpunkt kein Verständnis, so dass er 1952 sein Amt niederlegen musste.


1953 wurde die von Schuman noch maßgeblich mitgestaltete Straßburger Konvention für Menschenrechte und bürgerliche Grundfreiheiten von 26 europäischen Staaten unterzeichnet. Bei zahllosen Vortragsreisen, die Robert Schuman zwischen 1953 und 1958 unternahm, warb er für die Idee eines geeinten Europas. 1955 wurde er zum Justizminister berufen.

 

Die Annahme der Römischen Verträge 1957 führten Europa auf den Weg zurück, den der „Vater Europas” bereits in seiner Erklärung vom 9. Mai 1950 eingeschlagen hatte. 1958 wurde Robert Schuman zum ersten Präsidenten des Europäischen Parlaments ernannt. Im selben Jahr wurde ihm der Karlspreis der Stadt Aachen verliehen. 1959 erhielt er zusammen mit Karl Jaspers den Erasmus-Kulturpreis. Am 4. September 1963 starb Robert Schuman in Scy-Chazelles bei Metz.

 

Für die katholische und andere christliche Kirchen gilt Schuman als Vorbild für den Ausdruck moralischer Werte in der Politik. Zurzeit läuft ein Verfahren über seine eventuelle Seligsprechung. Schuman war durch seine Biographie und seine Lebensauffassung ein Vorkämpfer der deutsch-französischen Verständigung.“ (Quelle: Wikipedia)


Das Geburtshaus von Robert Schuman in Clausen, heute "Centre d'études et de recherches européennes Robert Schuman"

 


Bild von Robert Schuman 
zur Ersten Hl. Kommunion




Robert Schuman und seine Mutter 
Eugénie Duren (1864-1911) 

 

Schulleiter Théodore Kummer 
mit seinen Schülern in Clausen.

 


Das Grundschulzeugnis
 

 


Die Grundschule von Clausen, 
die Robert Schuman besuchte




Joseph Bech, Konrad Adenauer 
und RobertSchuman 


 

Jean Monnet und Robert Schuman 
in Luxemburg

 

 


Das Grab der Eltern auf dem Friedhof 
von Fetschenhaf.
 



ARTIKEL ZU BBR. ROBERT SCHUMAN

 

UNITAS Berlin ehrte Robert Schuman. Gedenktafel erinnert an die Berliner Studienzeit. Seit dem 29. Juni 1986 schmückt eine Gedenktafel für Bbr. Robert Schuman (1886-1963) das Kloster der Grauen Schwestern von der heiligen Elisabeth in der Graunstraße 31 im Berliner Bezirk Gesundbrunnen/Wedding. Mehr aus unitas 8-9/1986 …

„Robert Schuman Superstar“ -
in Deutschland kaum zu glauben, aber andernorts steht unser Bundesbruder hoch im Kurs. Der „Vater Europas“ hat in Polen ausgesprochene Fans: Dort findet seit der Wende jedes Jahr im Mai im Zentrum von Warschau eine „Schuman-Parade“ statt, getragen von der polnische Robert-Schuman-Stiftung.MEHR, Anmeldung, Adressen Kontakte hier … 

ZUR PERSON: Bundesbruder Robert Schuman. Eine kurze Biographie.
Der UNITAS und den unitarischen Prinzipien ist Bbr. Robert Schuman über alle Wechselfälle der Geschichte treu geblieben. Darum sieht sich der UNITAS-Verband bis heute seinem Erbe in herausragender Weise verpflichtet. VON CHRISTOF BECKMANN. Mehr...

Die GEBURTSURKUNDE
. Erklärung der französischen Regierung vom 9.Mai 1950 über die Vereinigung der deutschen und französischen Kohle- und Stahlindustrie (Schuman-Plan). MEHR ...

AUDIOBEITRAG:
ZUM EUROPATAG am 9. Mai 2003 - ein Gedenktag für die Geburtsstunde der europäischen Einigung. Robert Schuman gilt als der „Architekt Europas“. Sein am 9. Mai vorgestellter „Schuman-Plan“ stellt die Geburtsstunde der europäischen Einigung dar und wird seitdem als Europatag begangen. Seit 1990 läuft sein Seligsprechungsverfahren. Ein Radiobeitrag mit Robert Schuman im O-Ton. MEHR ...

VOR 50 JAHREN:
 „...dem Unitas-Verband meine besten Wünsche für geistiges Gedeihen und wirksame Friedensarbeit ...“ – Robert Schuman, der 9.Mai 1950 und drei kleine Quellen aus dem UV-Rundbrief 1950. VON DR. CHRISTOF BECKMANN. MEHR ...

1958: Internationaler Karlspreis zu Aachen für Bbr. Robert Schuman.
Im kommenden Jahr jährt sich zum 50. Mal die Verleihung des Internationalen Karlspreises der Stadt Aachen an Bbr. Robert Schuman am 15. Mai 1958. Die Dankesrede und die Rede seines Freundes Joseph Bech, Ministerpräsident von Luxemburg, anlässlich der Verleihung des Preises an ihn am 26. Mai 1960. MEHR …

„Robert Schuman hat die Welt verändert ...“. Fragen an Hans-August Lücker
, Exekutiv-Präsident des Comitée zur Seligsprechung Robert Schumans, „Vater Europas“. VON HERMANN- JOSEF GROSSIMLINGHAUS. MEHR ...

Bbr. Robert Schuman vor Seligsprechung?
Das Seligsprechungsverfahren für Bbr. Robert Schuman ist in seine Endphase getreten. Gebet für die Seligsprechung des Dieners Gottes Robert Schuman. Aus: unitas s 2004/1. MEHR ... 

Vatikan eröffnet Untersuchungen zur Seligsprechung von Robert Schuman.
Am 23. Juni wurde das Seligsprechungsverfahren für den französischen Politiker und Bundesbruder Robert Schuman (1886-1963) im Vatikan aufgenommen. von Dr. Christof Beckmann. Aus: unitas 2004/2. MEHR ... 

Die „Causa Robert Schuman“.
Zur Seligsprechung fehlt ein anerkanntes Wunder. Auf eine Anfrage für die „unitas“ zum Stand des Seligsprechungsverfahrens erreichte uns am 4. Februar 2007 aus Rom die folgende Stellungnahme von Domkapitular Joseph Jost. Der Geistliche des französischen Bistums Metz ist seit Juni 2002 von Bischof Raffin zum zuständigen Postulator der Causa bestellt. MEHR ...

Robert Schuman und das neue Europa.
Erinnerungen eines Zeitzeugen und Weggefährten. Von Jean Seitlinger. Am 4. September 1963 verstarb Bbr. Robert Schuman in seinem Haus in Scy-Chazelles bei Metz. Europa und die europäische Einigung, nach 1945 untrennbar mit Robert Schuman verbunden, tritt im Jahre 2004 in eine neue Phase. Aus: unitas 2003/4. MEHR ... 

„ ... der den Augenblick ergreift, das ist der rechte Mann.."
Die Initiative der UNITAS Ruhrania zur Umbenennung der Universität / GHS Essen in „Robert Schuman-Universität Essen“ 1994. VON Dr. Christof Beckmann. MEHR ...

Vor 40 Jahren: Gründung der UNITAS Robert Schuman in Bochum.
Festrede von Bbr. Karl Fürst zu Löwenstein. VON CHRISTOF BECKMANN. Aus: unitas 3/2006. MEHR ...

Robert-Schuman-Seminar 2004 - Europa im Herzen.
„Europäer ist man nicht von Geburt, man wird es durch Bildung“. Dieses Zitat von Robert Schuman war in Kooperation mit den wichtigsten europäischen Institutionen n Bbr. Stefan Evers. Aus: unitas 2004/4. MEHR ... 

Wo
das „Herz“ Europas schlägt - dort braucht Europa seine Identität und seine Bürger! Das Robert-Schuman-Seminar 2004 vom 25. - 27. 11. 2004 in Berlin. Von Agata Szyszko, Berlin. Aus: unitas 2005/1. MEHR ... 


Papst erhält Robert-Schuman-Medaille
.
Papst Johannes Paul II. hat am 30. November 2004 die Robert-Schuman-Medaille der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament erhalten. Aus: unitas 2004/4. MEHR ...